Bergamasker Hirtenhund

UrsprungslandItalien

FCI-Gruppe 1:Hüte- und Treibhunde
Sektion 1 Schäferhunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Std. Nummer:194

Gewicht:Rüden: 32-38 Kg, Hündinnen: 26-32 Kg

Widerristhöhe:Rüden: 60cm , Hündinnen: 56 cm, jeweils mit einer Toleranz von 2 cm nach oben oder unten

Vereine Züchter

Bergamasker Hirtenhund

Eigentlich lautet sein Name Cane de Pastore Bergamasco. In Deutschland ist er eher als Bergamasker bekannt. So oder so: Dieser Hirtenhund ist ein Begleiter für Menschen, die das Besondere lieben. Denn mit seinen langen verfilzten Zotten fällt der unkomplizierte Italiener überall auf. Allerdings sieht man ihn nur sehr selten. Er gehört seit 2011 zu den gefährdeten Haustierrassen.

Persönlichkeit

Bergamasker lebten stets in engem Kontakt mit den Hirten, was sie zu menschenbezogenen und umgänglichen Hunden machte. Im Kopf des starken und robusten Hundes geht eine Menge vor: Er bekommt alles mit, lernt sehr schnell und agiert absolut zuverlässig. Sein Konzentrationsvermögen ist verblüffend, hinzu gesellt sich Geduld. Wenn es gilt, ist er mutig. Allgemein tritt jedoch sein rundum gutmütiger Charakter in den Vordergrund. Manchmal stellen Bergamasker Dinge in Frage. Das ist kein Zeichen von Sturheit, sondern vielmehr die Qualität eines klugen Hundes, der nur dann agiert, wenn ihm eine Aktion sinnvoll erscheint. Stupides Gehorchen ist ihm fremd.

Vorlieben, Erziehung und Pflege

Seine Vielseitigkeit ist geradezu verblüffend. Der unbestechliche Bergamasker bewacht nicht nur seine Herde, er versteht es auch, sie einfühlsam zu Führen und zu Treiben. Ähnlich wie der Briard (Berger de Brie), der sich außerdem die ziegenhaarige Optik mit dem Bergamasker teilt. Als Familienhund glänzt der italienische Charmeur auch. Er ist umgänglich, anhänglich und liebenswert. Allerdings bedarf er täglicher Beschäftigung und die sollte sich nicht nur auf körperliche Auslastung beschränken. Der kluge Hirtenhund liebt Herausforderungen, die Problemlösungen und eigenständiges Handeln erfordern. Eine Begleithundeprüfung, Breitensport, Fährtenarbeit und Rettungsdienst sind allesamt passende Aktivitäten. Ein Haus mit Garten ist das ideale Umfeld für die ursprüngliche Rasse, die auch als Reitbegleithund neben dem Pferd eine gute Figur macht. Das Haarkleid des Bergamaskers ist das Besondere an ihm: Es besteht aus langen, verfilzten Zotten – zumindest am Körper, wobei vor allem der hintere Bereich dazu neigt, weil dort Unterhaar und Wolle vorherrschen, die leicht miteinander verfilzen. Vorne ist das Ziegenhaar offen, es hat eine rauere Textur und neigt deshalb weniger zum Verfilzen. Am Kopf fühlt sich das Haar weich an und filzt nicht. Die Bewahrung der rassetypischen Zotten ist sinnvoll und auf Ausstellungen sogar ein Muss, setzt aber ein gewisses Know-how in der Pflege voraus. Kopf, Schulter und Rute sollte man einmal pro Woche kämmen. Die Zotten werden nach jedem Fellwechsel von Hand bis auf die Haut zerteilt, damit sie die gewünschte Breite haben. Das ist jedoch kein Muss. Es gibt auch die Möglichkeit, das Fell einfach leicht oberflächlich zu bürsten oder eben regelmäßig richtig durchzukämmen. Auch Abscheren ist natürlich möglich, wobei der Erhalt eines rassetypischen Looks durchaus seine Faszination hat. Beim traditionellen Haarkleid nimmt die Länge der Zotten mit dem Alter des Hundes zu. Sie dürfen keinesfalls die Bewegungsfreiheit einschränken. Ist das der Fall, müssen sie entsprechend gekürzt werden. Das typische Haarkleid des Bergamaskers hat einen praktischen Nebeneffekt: Im Haus verliert dieser Hund keine Haare. Blätter und Zweige bleiben beim Spaziergang hingegen durchaus in der üppigen Haarpracht hängen und sollten täglich entfernt werden. Leichter Regen perlt vom Zotthaar ab. Komplett durchnässt braucht ein Bergamasker relativ lange, um wieder richtig durchzutrocknen.

Aussehen

Er ist mit einer Maximalgröße von 60 Zentimetern mittelgroß und wirkt insgesamt robust. Sein kräftiger Körperbau geht mit guten Proportionen einher. Der gerade, breite Rücken ist gut bemuskelt und geht in eine dicke Rute über, die sich zur Spitze hin verjüngt. Bergamasker bewegen sich mit langen freien Schritten. Ihre Lieblingsgangart ist der Trab, aber längere Galoppaden sind auch drin. Das Haarkleid präsentiert sich in allen Nuancen von Grau bis hin zu Schwarz, Isabell, Rötlich-Grau bis hin zu Schwarz. Flecken in allen Grautönen sind sogar sehr erwünscht.

Herkunft

Phönizische und römische Soldaten brachten den Bergamasker vor rund 2.000 Jahren aus Asien mit nach Italien. Die Gegend um Bergamo – aber eigentlich auch ganz Norditalien – entwickelte sich zum Zentrum der Zucht. Noch heute vertrauen norditalienische Schafhirten auf ihre zotteligen Partner und sie unterscheiden sich nicht von den Hunden, die Altlateiner einst beschrieben. Der urige Vierbeiner bringt eine große Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten mit. Dies ist das Erbe einer langen Zuchtauslese, bei der stets zwei Eigenschaften zählten: Gesundheit und Leistungsvermögen.

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